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Letzte Aktualisierung:
21.11.2007

 

M. Baar(mb)

 

Champs im Weimarer Land

Die erfolgreichsten Rodeoreiter Deutschlands kommen aus der Region um Weimar und Apolda

 

Wer hätte das gedacht. Das beste Cowgirl und der beste Cowboy Deutschlands nach RCHA-Version stammen aus dem Weimarer Land.

 

LINDA. Mit Katrin Steinhäuser Und Steffen Schorcht stellt das Weimarer Land die erfolgreichsten Rodeo-Reiter der RCHA-Saison. Zum Saisonausklang wurden sie von der Ranch and Cow Horse Association geehrt.

 

Fünf Turniere hatte die RCHA im Jahr 2007 veranstaltet, eines davon auf der Stone Ranch in Wormstedt, zwei sogar auf der Twin-S-Ranch in Linda. So war es kein zufall, dass sich die Western-Turnierreiter der inzwischen auf gut 250 Mitglieder in Deutschland und im benachbarten Ausland angewachsenen Interessengemeinschaft auch zur Saisonauswertung im kleinen Mechelrodaer Ortsteil trafen. Zur sogenannten Rodeo-Convention wurden die Pokale der abgelaufenen Saison verliehen und die Erfolge und Misserfolge anschließend gebührend gefeiert.

 

Mit Katrin Steinhäuser wurde die First Lady der Stone Ranch in Wormstedt weiblicher All-around-Champion. Sie hatte in vier Disziplinen Punkte gesammelt und schaffte es ohne Turniersieg auf Platz 1 der Gesamtwertung. So konnte auch Ines-Hage-Hanning ("No-Name-Ranch" Taubach) verkraften, dass ihr Allaround Platz 2 blieb. Denn sie hielt sich mit dem Sieg in der Disziplin Tonnenreiten (Rarrel Race) schadlos. Dass mit Gunter Steinhäuser (Wormstedt) ein weiterer Einheimischer auf Platz 4 einkam, spricht für das Western-Land Thüringen. Cowboy der Saison aber ist Steffen Schorcht (Twin-S-Ranch). Er lag in fünf von sieben Wertungen vorn und wurde überlegener Champion 2007. 

 

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Michael Grübner

 

Einer lag im Kofferraum

ZLSG Wormstedt feiert 40-jähriges Jubiläum und blickt auf eine Geschichte voller Kuriositäten zurück

 

Zentrale Landsportgemeinschaft, kurz ZLSG - mit diesem Namen ist der Wormstedter Sportverein ein Unikat in ganz Deutschland. Vom 23.-25- Juni feierte die ZLSG ihr 40-jähriges Bestehen. Diese 40 Jahre stecken voller Geschichten und Erlebnisse.

 

Einheit Wormstedt hieß der erste Sportverein des Dorfes nach dem Krieg - mit den Sektionen Turnen, Leichtathletik und Eislaufen. Er verschwand schnell wieder von der Bildfläche. Erst in den 60er Jahren kam wieder sportliches Leben nach Wormstedt - durch den Fußball. Eine Gruppe junger Männer bestritt zunächst nur Freundschaftsspiele, unter anderem gegen Teams der Sowjetarmee.

Am 01. April 1966 gründeten sie im Gasthof "Zur Erholung" die ZLSG.

 

Großzügig unterstützt von mehreren Gemeinden und LPG im Umland, blühte der Verein schnell auf: Reiten, Turnen, Boxen, Frauen-Fußball und ein Spielmannszug kamen hinzu. Bei einem Sportfest im Mai 1967 wurden die Pocher-Brüder für das Ringen entdeckt - Erhard ist mehrfacher Senioren-Weltmeister und bis heute eine Stütze des KSC Apolda.

 

Wichtigste Säule der ZLSG waren lange die Reiter, die eine Anlage in Eckolstädt nutzten. An das große Turnier 1974 erinnert sich bis heute jeder, der dabei war. Es regnete drei Tage und Nächte durch und wurde doch ein Riesenerfolg. 1977 allerdings wurde die Sektion Reiten vom Verein abgetrennt.

 

Die große Stütze im Wormstedter Fußball hieß Ernst-Otto Oertel. Durch seine Schule gingen sämtliche Nachwuchs-Kicker. Zu Auswärtsspielen chauffierte er seine Jungs in den 70er Jahren in seinem alten Wartburg 311 - zehn Spieler auf den Sitzen, einer im Kofferraum - zusammen mit "Bortzel", dem Mischlingshund und Mannschaftsmaskottchen.

 

Das dürfte ebenso Rekord sein wie die Ausdauer von Frank Kraschinski. Das Wormstedter Original, genannt "Oberlumpi", hat als größter ZLSG-Fan seit 25 Jahren kaum ein Heimspiel verpasst. Selbst kickt er im Team der Behindertenwerkstatt, das 2002 immerhin Landesmeister wurde.

 

Nachdem die Fußballer lange den Platz in Eckolstädt nutzen mussten, da ihr eigener nicht die erforderlichen Maße aufwies, bekamen sie im Oktober 1976 endlich eine ordentliche Spielstätte in Wormstedt. Umziehen und duschen durften sie sich im Lehrlingswohnheim, der heutigen Gemeindeverwaltung. 1987 eröffneten sie das Sportlerheim, über Jahre mühsam auf den Grundmauern eines alten Schuppens erbaut.

 

Die Fußballer, vorige Saison unglücklich in die 2. Kreisklasse abgestiegen, stehen kurz vor dem Wiederaufstieg. Neben ihnen hat die ZLSG heute nur noch drei Frauen-Gymnastikgruppen, davon eine für Rentnerinnen. Als "gute Seele" des Vereins hat sich Steffi Hahn einen Namen gemacht. Sie leitet nicht nur die finanziellen Geschicke, sondern zieht auch bei fast jeder Veranstaltung organisatorisch die Fäden mit.      

 

 

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Eine Erfolgsgeschichte: 10 Jahre Einheitsgemeinde Saaleplatte

 

Das stand am Mittwoch nicht nur auf den Bierkrügen, die die Gemeinderäte geschenkt bekamen. Das sieht man den neun Mitgliedsgemeinden auch an. Was in einer Dekade geschafft worden ist, ließ der Bürgermeister in 20 Minuten Revue passieren.

Auf den Tag genau am Mittwoch vor 10 Jahren gab es aus dem Innenministerium grünes Licht für die Bildung der Saaleplatte. Geburtshelfer und bis heute Bürgermeister, Jörg Hammer (44), ließ zur

Gemeinderatssitzung mit Sektgläser anstoßen. Und mit Recht.

Der Drei-Millionen-Haushaltsetat für die 3118 Bürger ließ seither keine der neun Mitgliedsgemeinden links liegen. Zudem hat jede mit Ortsbürgermeister und Ortschaftsrat Mitspracherecht.

 

Insgesamt investierte die Einheitsgemeinde in ihre Ortsteile 7,5 Millionen Euro. Spitzenausgabe waren dabei die 900 000 Euro für die Ortsverbindunsgstraße Kösnitz-Stobra. Die größten Posten stammen aus der Dorferneuerung, die in Eckolstädt (360 000 Euro), Münchengosserstädt (600 000), in der Gemeinde Kösnitz (440 000), Pfuhlsborn (420 000), Hermstedt (953 000), Stobra (273 000), für Kleinromstedt (370 000) und Großromstedt mit 520 000 Euro zu Buche schlug. Am Gemeindesitz Wormstedt wurden eine Million Euro in Gebäude, 91 000 Euro in Wohngebiete und 180 000 Euro in Sporteinrichtungen investiert.

 

Wer da annimmt, jetzt ist die Saaleplatte am Boden, der irrt.

Trotz einer in diesem Jahr um 120 000 Euro gestiegenen Kreisumlage und weniger Schlüsselzuweisungen des Landes hat die Gemeinde noch über 400 000 Euro in der Schatzkammer, die Rücklage heißt. Der gelernte Diplom-Agraringenieur Jörg Hammer führt das auf eine schlanke Verwaltung mit 22,6 Beschäftigten-Stellen zurück. Dazu zählen aber auch Gemeindearbeiter und Kindergärtnerinnen für die Einrichtungen in Eckolstädt und Kleinromstedt.

 

Was steckt noch hinter dem Erfolg?

An Fördermitteln nimmt die Gemeinde Saaleplatte mit, was sie kriegen kann. Gibt es Ärger mit dem Straßenbau, holt sich der Bürgermeister die Herrschaften aus dem Straßenbauamt unverzüglich zum Vor-Ort-Termin. Parteipolitik spielt im Gemeinderat keine Rolle - auch das betonte Hammer mit einem Seitenhieb Richtung Kreistag als vorwärtsbringend. Seit vier Jahren hat die Gemeinde keinen Kredit aufgenommen, die Pro-Kopf-verschuldung liegt bei 716 Euro (Landesdurchschnitt ist das Doppelte).

 

Nach Großheringen sei man zweitreichste Gemeinde im Kreis, bestätigte Jörg Hammer auf Nachfrage dieser Zeitung. Und das will man auch bleiben. In einigen Jahren könnte sich der Bürgermeister eine Vergrößerung der Saaleplatte mit Schmiedehausen, Dornburg, Zimmern, Lehesten und Hainichen auf über 5600 Einwohner vorstellen. Das sei besser, als dass diese Gemeinden oder die Saaleplatte selbst irgendwann bei einer Gebietsreform von oben den Städten Jena oder Apolda angegliedert werden.

 

Dennoch tritt der Bürgermeister auf die Bremse: Geht das mit der Kreisumlage so weiter, wird es auch für die Saaleplatte in ein paar Jahren eng.

 

TA-André Hess


vom 16.03.03

 

 

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