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In den Gräbern wurden die zum Teil noch gut
erhaltenen Überreste, auch Schmuckstücke der Beigesetzten gefunden. Das
Seidenkleid einer Frau war gut erhalten, zerfiel aber bald an der frischen
Luft.
Eine durchgreifende Erneuerung der Kirche fand
im Jahre 1884
unter Pfarrer
Weilinger und folgenden Mitgliedern des
Kirchengemeindevorstands:
Das Gotteshaus verdankt jenem Jahre besonders
die weitere Vermehrung des Lichtes, neue Kirchenstühle, Glastüren gegen
Zugluft und die Erneuerung des Anstriches.
Bei Anlage der Kirchenheizung wurde im Jahr
1934 ein Kindergrab freigelegt. Beweise
christlicher Wohltätigkeit hat die Kirche immer erfahren.
Der von der Mitte der hohen Kirchendecke herabhängende schöne Kronleuchter,
eine Stiftung der Familie Treuter-Schmidt,
ursprünglich für Kerzenbeleuchtung eingerichtet, wurde, wie die ganze Kirche
im Jahre 1928
mit elektrischem Licht versehen.
Das an der Seite rechts vom Altar angebrachte Christuskreuz, eine alte
Holzschnitzerei ist auf dem Kirchenboden gefunden worden und durch
Pfarrer Kögler von
einem Künstler 1929
restauriert worden.
Die Kleinglasscheiben in den hohen Kirchenfenstern sind vom
Glasmaler Sänger
aus Weimar eingesetzt worden. Die zu beiden Seiten angebrachten Bilder
(links und rechts der Kanzel) die Engel Gabriel und Michael darstellend,
besorgte 1935 Pfarrer Kalbe.
Kunstmalerin Frau Woloschina hatte sie ausgeführt.
Am Sonnabend, den 3.September 1972
wurden die beiden, der Gemeinde 83 Taler
kostenden Gedenktafeln von schwarzem Marmor eingeweiht. Auf einer der Tafel
wurden die im Kampfe gegen Frankreich Gefallenen und auf der anderen die
glücklich Heimgekehrten Wormstedter verzeichnet.
Am Totensonntag 1920
wurde eine granitene Ehrentafel für die
Gefallenen des Dorfes aus dem 1.Weltkrieg geweiht. Sie fand ihren Ehrenplatz
von 1870/71.
An die im 2.Weltkrieg gefallenen Wormstedter erinnern die an den Emporen
aufgehängten Kränze und eine am 1.
Adventsonntag 1951 aufgestellte und mit
gottesdienstlicher Feier eingeweihte Tafel, in Holz ausgeführt vom
Stellmachermeister Otto Unruh
und beschriftet vom Malergesellen Herbert Hahn.
Sie führt 32 Namen auf und mahnt die Gemeinde bei jedem Kirchenbesuche,
immer ihrer Lieben zu gedenken, die ihr Leben in dem wahnsinnigen
Hitlerkrieg lassen mussten.
Zu erwähnen wäre noch ein im Herrenstuhl
aufgehängtes Ölgemälde, das einen Herren von
Milkau darstellt, ein Lutherbild auf der
Orgelempore und ein Altarkreuz in der Sakristei.
Auf dem Kirchhof steht eines der ältesten
Zeugen Wormstedts ein aus Stein gehauenes Taufbecken, das aus dem
12. Jahrhundert
stammen kann.
Etwas über die Baumaßnahmen zur Erhaltung der
Kirche wird in einem Bericht, der in Anwesenheit vieler Einwohner und einer
Turmbaubrigade in den Turmknopf getan wurde, laut:
"Es gehört Mut und
Verantwortung dazu, dass unsere Kirche nach dem Willen der überwiegenden
Zahl der Einwohner von Wormstedt wieder instand gesetzt werden soll. Zur
Zeit bietet sie einen trostlosen Anblick im Innern und auch außerhalb. Sie
wäre wahrscheinlich so dem Verfall preisgegeben. Kirchliche Handlungen, wie
Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und andere finden deshalb im Pfarrhaus in
einem hierzu eingerichteten Gemeinderaum statt.
Die Ursachen des Verfalls
sind vielfältiger Art. Der Hauptgrund ist das viele Jahrzehnte verflossen
sind, ohne einen Anfang zur Erhaltung zu machen. Auch 2 Weltkriege 1914/18
und 1939/45 mit ihren Auswirkungen sind daran mit Schuld. So müssen wir es
der heutigen Generation als Ehre anrechnen, dass sie sich verpflichtet
fühlt, zur Erhaltung und Wiederherrichtung des ehrwürdigen Bauwerks mit
beizutragen".
So wurde bereits gegen Ende des Jahres 1984 der
Turm eingerüstet und am 13.März 1985
war es soweit. |