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Der steinerne Westturm, 33
Meter hoch, stammt aus der Übergangszeit, dem Übergangsstil (Romantik-Gotik)
um 1200.
Er geht oben ins Achteck mit Schweißkuppel, Laterne und Helmspitze über.
Berühmt ist die weite
Aussicht vom Turm aus. Schiff und Chor sind in spätgotischer Bauweise
ausgeführt (Spitzbogenfenster). Nördlich von Chor befindet sich ein
rechteckiger Sakristeianbau, der so genannte Herrenstuhl. Das Innere birgt
die Reste eines Sakramentsschreines.
1717
ist die Kirche renoviert worden.
Was späterhin an den
Gebäuden der Kirche getan wurde, ist geringfügig. Es gereicht den damaligen
Bauherren zu Ehre, dass sie so fest und dauerhaft gegründet wurde. Doch ist
zur Erhaltung und Verschönerung immer einiges getan worden.
Die Kirchturmkuppel ist
später neu gebaut und die ganze Kirche im Jahre
1781
berappt worden. Nachdem die Kirche im Jahre
1803
einen bedeutenden Geldverlust durch Diebseinbruch erlitten hatte, wurde ihr
Erstattung und Verschönerung zuteil, in dem die damalige Gutsbesitzerin
Frau von
Milkau eine
schöne gezierte Bekleidung für Kanzel und Altar schenkte. Die jeweiligen
Gutsbesitzer waren Patronatsherren der Kirche.
Über den Kirchendiebstahl
wird folgendes berichtet:
"1803, den 24.Juli,
oder am 7. Trin.-Sonntag früh, wurde der Altarmann Adam Rödiger gewahr, daß
das Kirchengewölbe erbrochen und das vorhandene Geld an der Summe 132 STh.
diebischerweise entleert worden".
Im Juli
1812
wurde die Kirche inwendig am Mauerwerk ausgebessert und geweißt. Im Jahre
1817
erfuhr die
Abendseite des Turmes und der Turmknopf eine bedeutende Verbesserung.
Am
31. Juli diesen Jahres wurde der neue Turmknopf, in welchem die gewöhnlichen
Münzen nebst Denkschrift untergebracht wurden, mit kirchlicher Feierlichkeit
aufgesetzt. Die Spindel der Fahne war durch Nässe abgefault, so dass sich
die Fahne senkte. Es musste also der Knopf heruntergenommen, eine neue
Spindel aufgepfropft und wieder aufgesetzt werden.
Bei dieser Gelegenheit
wurde zugleich an der Abendseite des Turmes von zwei Ecken der alte Schiefer
mit den verfaulten Brettern abgenommen und diese Seite mit neuen Brettern
und Schiefer wieder gedeckt. Die Wetterfahne wurde wieder aufgesetzt. In ihr
sind die Jahreszahlen
1618
und 1817
zu lesen.
Zur Feier des 200jährigen
Jubiläums der Kirche wurde das Oberkonsistorium um Erlaubnis gebeten, das
Kirchweihfest 14 Tage früher, also diesmal am 15. Oktober zu feiern. Dieses
Jubiläumskirchweihfest wurde um so froher und dankbarer begangen, da das
Gotteshaus eine wesentliche Verbesserung erfahren hatte und die dazu nötige
Arbeit vollbracht worden war.
Es waren nämlich auf der
Mitternachtsseite der Kirche zwei neue Fenster durchgebrochen, die übrigen
erhöht oder wenigstens mit neuen Scheiben versehen worden. Daher hatte die
vorher dunkle Kirche sehr an Licht gewonnen.
Die an der Nordseite
angebrachte Jahreszahl
1840
will wohl besagen, dass Turm und Kirche in diesem Jahre abgeputzt worden
sind.
In den achtziger Jahren,
genau 1879,
wurde das Innere der Kirche renoviert. Die Gräber der in der Kirche
beigesetzten Patronatsherren und Geistlichen wurden entfernt und die
Grabdenkmäler aus Sandstein an die äußeren Kirchenmauern gesetzt. |