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Mit dem Jahre 1957
schaut Wormstedt auf eine tausendjährige
Vergangenheit zurück.
Unser Ort ist eine der ältesten Siedlungen auf
der Ilm-Saale-Platte. Das beweisen nicht nur Bunde, sondern auch die
Endsilbe "-stedt".
Man nimmt an, dass die Ortsnamen mit dieser
Endung etliche Jahrhunderte vor dem 1. Jahrtausend unserer Zeitrechnung
entstanden sind.
Das bedeutet, dass Wormstedt als Siedlung wohl
einige hundert Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung bestanden hat.
Zum ersten Mal taucht der Name Wormstedt in einer Urkunde aus dem Jahre
957 auf,
die als Fotokopie in dieser Broschüre abgedruckt und übersetzt ist.
Seit diesem Jahre gehört es mit dem
Gau Husitin oder
Ostergau
zur Grafengerichtsbarkeit Wilhelm 1. von Weimar.
Mit dem 9.
Dezember 958 fällt aller Billingsche
Besitz in den Dörfern Wurmerstet (Wormstedt), Otunbach (Utenbach), Gosarstet
(Münchengosserstädt) und Haholtestat an den Kaiser Otto 1., (936-973)
zurück.
Bis 1247
gehörte Wormstedt den älteren Thüringer Landgrafen (Ludowinger), danach
blieb es bis 1464
im Besitz der Wetüner unter Friedrich dem Sanftmütigen.
Zwischendurch war es ab
1485 in der Hand
der Ernestiner, des Herzogs von Weimar und des Herzogs von Altenburg. Ab
1672
(Todesjahr Wilhelm IV. von Altenburg) gehörte es zum Amt Dornburg, und es
kam somit wieder an das Herzogtum Weimar zurück, in dessen Besitz es bis zum
9. November 1918,
dem Tage des Thronverzichts des letzten weimarschen Herzogs, blieb.
Seitdem gehört es zum Lande Thüringen,
Landkreis Weimar und mit der Neugliederung und weiteren Demokratisierung zur
Deutschen Demokratischen Republik zum Bezirk Erfurt, Landkreis Apolda.
Dem aufmerksamen Beobachter werden einige
wertvolle Zeugen frühester Zeit nicht entgehen. Innerhalb der Kirchhofsmauer
befindet sich ein aus Sandstein gehauenes
Taufbecken, das wahrscheinlich aus dem
11. bis 12. Jahrhundert
stammt.
Im Schatten ehrwürdiger Linden liegen auf dem
Turnplatz zwei Steinplatten, die uns an den
Waidbau im Mittelalter erinnern,
Des weiteren befinden sich in die Grundmauer
der Kirche eingelassen, alte Grabdenkmäler der Wormstedter Patronatsherren.
Verschiedentlich haben gewaltige Feuersbrünste unser Dorf heimgesucht.
Am 15. Juni 1637
brannte fast das ganze Dorf ab und am
09. September 1742
34 Häuser und sämtliche Rittergutsgebäude Nach
diesen Feuersbrünsten wurde das Dorf im fränkischen Stil wieder aufgebaut.
An diese Zeit erinnern einige Laubengänge und ein Torbogen an Graßmanns
Haus.
Ein aufschlussreiches und wertvolles
Quellenmaterial liegt über die Kriegszeiten vor. Besonders hatte Wormstedt
im 30jährigen Krieg zu leiden.
Wiederholt wurde das Dorf durch marschierende
Truppenteile, bald von der schwedischen, bald von der kaiserlichen
Soldateska, schwer heimgesucht. Die Bevölkerung war entsetzlich durch Krieg,
Mord und Raub zusammengeschmolzen.
Aus der Feder des Kantor Mohnhaupt besitzen wir
Tagebuchaufzeichnungen über die militärischen Operationen der Jahre
1805-1806 und über
den Freiheitskampf der verbündeten Truppen gegen die napoleonische
Fremdherrschaft. Die Wunden der beiden Weltkriege, in denen der größte Teil
der Wormstedter Jugend in der Blüte ihres Lebens dahingerafft wurde, sind
noch lange nicht verheilt.
Insbesondere wurde unser deutsches Vaterland
durch den räuberischen Hitlerkrieg auseinandergerissen.
Unsere Toten mahnen uns, die 12 schwärzesten
Jahre unserer Geschichte, die Zeit der Hitlertyrannei mit ihren verheerenden
Folgen, nie zu vergessen.
Wir wünschen uns und den kommenden
Geschlechtern die baldige Wiedervereinigung unseres deutschen Vaterlandes
auf friedlicher demokratischer Grundlage und eine Zeit dauerhaften Friedens,
freundschaftlicher Beziehungen zu allen Völkern, insbesondere zu denen, die
mit uns die neue sozialistische Gesellschaftsordnung aufbauen.
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