Das Brauwesen

 

 

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Letzte Aktualisierung:
28.05.2007

 

Durstige Kehlen gab es zu allen Zeiten. - Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass das Brauwesen ursprünglich eine rein häusliche Angelegenheit war.

 

Später bildeten sich Braugemeinschaften, die ihr Bier selbst herstellten, so weit sich die erforderlichen Geräte in den jeweiligen Häusern befanden.

 

 

Heute noch steht das alte Brauhaus als Zeuge vergangener Zeiten. Dreimal im Jahr konnten die Brauberechtigten gegen Abgabe eines Brauzinses Bier brauen. Zwei Steuermeister rechneten jährlich dreimal ab.

 

Eine Braupfanne fasste 12 bis 24 Eimer Bier. Der Eimer hielt 72 Kannen. Eine Kanne kann gleich einen Liter gerechnet werden. Zu jedem Gebräu gehörten mindestens ein Erfurter Malter Gerstenmalz zu 12 Scheffel, der 12 Eimer Bier gab.

 

Im Jahre 1636 wurden 72 Eimer Bier gebraut, 1637 nur 36 Eimer.

 

Im Dreißigjährigen

Kriege habendie Landsknechte sich am Wormstedter Bier gütlich getan. Die Bierherstellung wurde einem erfahrenen Braumeister überlassen.

 

1645 wird Bonifatius Richter als Braumeister erwähnt. Im Brauhaus befand sich ein Brunnen, dessen Wasser sich gut zum Brauen eignete. Der Brunnen versiegte, als der Bach kanalisiert wurde.

 

Mohnhaupt schreibt in seinem Tagebuch:

 

"Im Gemeindebrauhaus wird auch gedörret, den 12. Juni 1802 geriet früh 10 Uhr die Malzdarre in Brand. Da aber Matthey, Gottlob Rehhaus und der junge Fahse dörrten und alle drei zugegen waren, wurde das Feuer schnell gelöscht."

 

Der zum Brauen notwendige Hopfen wurde örtlich durch Selbstanbau gewonnen. Ob auf dem Hoppberg jemals Hopfen angebaut wurde, ist seiner Lage nach kaum anzunehmen.

 

Wilder Hopfen findet sich noch heute hier und da und windet sich an Zäunen und Hecken in die Höhe. Die Braugerechtsame hatte also die Gemeinde. Dem Rittergut stand die Mitbenutzung des Gemeindebrauhauses zu gegen Erlegung eines Pfannzinses „so für ein ganzes Gebäude, sechs Jenaische Scheffel enthaltend, 1 Mfl beträgt.“

 

Aus den Gemeindebrauhäusern entwickelten sich die gewerblichen Brauereien. In Wormstedt gingen die Braugerechtsame 1834 an den hiesigen Wirt über.


Erst im Jahre
1852 wurde eine Brauerei gebaut. 1859 wurde an der Kösnitzer Straße der große Brauereikeller geschaffen.
Die Brauerei Wormstedt belieferte 25 Ortschaften im Umkreis mit Bier, so dass die hiesigen Bauern Bier ausfahren mussten.

 

Genau 100 Jahre hat die Brauerei ihren Zwecken gedient.

 

1953 wurde sie wegen Baufälligkeit abgerissen und an ihrer Stelle entsteht eine Schule.

 

Der Beizapfen, das ist der Verkauf von Bier durch die Gemeinde, wurde in Abständen von 3 Jahren mit den dazugehörigen Gerechtsamen verpachtet.

Das Foto wurde freundlicherweise von H. Noffke zur Verfügung gestellt.

Hieraus entwickelt sich das Gastwirtschaftsgewerbe. Schon früher wurde darauf geachtet, dass nur gute Ware geführt wurde und gestempeltes Maß und Gewichte Verwendung fanden.

 

Aus dem Jahre 1711/12 liegt ein Pachtvertrag im Gemeindearchiv. Die Gastwirtschaft wurde 1831 im Gutsgebäude eingerichtet. Der Tanzsaal lag über dem Pferde- und Kuhstall und war von der Straße her durch das Borngäßchen über eine Außentreppe zu erreichen.

Erst 1870 wurde der heutige Gasthof erbaut.